Highfield 2010: Wenn die Hitze zu Kopf steigt
Nun ist es bereits 2 Tage her, dass das Highfield in Großpösna seine Premiere zu Ende bringen konnte. Zeit ein paar Resumes zu ziehen. Ich möchte in diesem Artikel weniger darauf eingehen, was Scorpio richtig oder falsch gemacht hat. Vielmehr soll es um die Festivalbesucher selbst gehen, die ein Festival zu dem machen was es ist und sprichwörtlich die Seele eines Festivals darstellen.
Aggressiv & und Kopflos
Ich hatte oft das Gefühl als störendes Objekt im Weg zu stehen. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum so viele Personen ohne Rücksicht auf Verluste, einfach drauflos laufen und einem die Schulter spürbar mit Absicht in die Brust rammen. Es lässt sich schlecht in Worte fassen, aber ich merke ziemlich schnell ob jemand mit Absicht seine Schulter “anspannt” oder probiert, wenigstens halbwegs freundlich an mir vorbei zu gehen.
Von vielen Festivalbesuchern kann man mittlerweile im Forum lesen, dass sie das Gefühl hatten auf einem Golf 3 Tuner-Treffen zu sein. Proleten, Assis und Vollidioten liest man in verschiedenen Threads. Ganz ehrlich: Das Gefühl hatte ich nach einem Tag auf dem Highfield auch. Kurios: Noch einen Tag früher sagte ich zu meinem Freund, dass ich es positiv finde, dass das Durchschnittsalter wohl ein wenig höher sein muss, als auf dem Hurricane 2005 (da waren wir beide auch).
Woher kommt diese Aggression & dieses kopflose handeln? Man liest öfters: “So benimmt man sich auf einem Festival”… “das gehört dazu”…”erst am Montag wird der Kopf wieder angeschaltet”…
Es gibt ja Dinge, die habe ich 2003 auf meinem ersten Festivalbesuch in Scheeßel auch geglaubt und habe mich teilweise auch nicht benommen, wie in einem Restaurant, aber was ich dieses Jahr gehört, gesehen und gerochen habe…
… ja, dazu gibt es einfach keine Entschuldigung! Warum muss man seinen Müll so dermaßen in der Gegend rumwerfen und anschließend liegen lassen? Warum muss man irgendwelche alten Möbel (Matratzen, Anhänger usw.) auf ein Festival nehmen und im Anschluss dort hinterlassen, weil diese wahrscheinlich nach den 3 Tagen komplett versaut sind? <– wie zu erwarten war
Ich finde dahinter einfach keine Logik und frage mich, wie diese Menschen zuhause, in der normalen Nicht-Festival-Welt klar kommen.Die müssen sich ja echt anstrengen, dass sie keinen Müll irgendwo in der Stadt, ihrer Wohnung oder sonst wo abladen oder liegen lassen. Von Fäkalien möchte ich jetzt gar nicht erst sprechen – da weiß jeder selbst bescheid, der vor Ort war. (jetzt bitte keine Kommentare wie z.B.: wenig Dixis usw.)
Ich weiß, dass diese Dinge auch auf anderen Festivals geschehen, jedoch hat es mich diesmal selbst betroffen, da ich in einen nicht gerade klein geratenen Nagel getreten bin.
Fehler vom Highfield Veranstalter
Kurz und Bündig, da vieles schon gesagt wurde:
- EINE Trinkwasserstelle (war zwar bei mir um die Ecke, aber C2 und C3 mussten ewig weit laufen)
- wenig Toiletten
- schlechte Müllplatzanbindung
- Security: Oft in Kampflaune und mit rechtsradikalen Sprüchen tätowierte Bulldozer (leider habe ich mir sowas schon gedacht, da hier in Sachsen die Securityfirmen öfter auf schlecht ausgebildete “Fachkräfte” setzen. Das ist natürlich nicht immer so, aber auf Konzerten habe ich hier in Leipzig bis jetzt oft keine sehr kompetenten Securitys kennenlernen dürfen.)
Ich weiß nicht wie Du das siehst, aber mir gab dieser Highfield Besuch wirklich zu denken und ich zweifle arg daran, ob ich so eine Veranstaltung noch einmal besuchen möchte.
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